Erfahrungen mit Praktikawelten von Katja-Freiwilligenarbeit in Costa Rica
Montag, 2. Mai 2011Montag 02.05.20011
Katja hat 2 Monate Freiwilligenarbeit im Projekt Unterrichten mit Kindern in Costa Rica geleistet.
Hier ist ihr Erfahrungsbericht:
Ich hatte noch keine richtige Vorstellung von meinem Auslandsaufenthalt, da ich dauernd etwas anderes von dem Land gehört habe. Mal war es das ärmste Land überhaupt, wo man nicht mit Waschmaschinen und ähnlichem rechnen kann, dann war es auch das reichste Land in Lateinamerika und schon mit europäischen Standards! Trotzdem habe ich ein tolles Land erwartet, mit netten Leuten und interessanter Kultur.
Für meine Arbeit hatte ich dagegen genaue Vorstellung. Ich wollte den Lehrern wirklich helfen, sie in allen Dingen unterstützen und von ihnen lernen. Genauso wollte ich von den Kindern lernen und sie sollten von mir lernen.
Ich hatte eine tolle Gastfamilie, in der ich mich wahnsinnig wohl gefühlt habe. Sie haben mich als ein Familienmitglied aufgenommen und in der Zeit sind wir zu einer Familie zusammen gewachsen. Nebenbei habe ich tolle Leute kennen gelernt, mit denen ich wahnsinnig viel Zeit verbracht habe. Egal ob es Deutsche, Österreicher, Amerikaner, Mexikaner oder Ticos waren- es war eine tolle multi-kulti-Zeit!
Eigentlich hat mein Auslandsaufenthalt noch meine Vorstellungen übertroffen. Ich hatte mir die Zeit nicht so toll vorgestellt. Natürlich gab es auch immer wieder Rückschläge, aber die musste man eben meistern. Ich war mehr als zufrieden mit meinem Projekt, weil ich da wirklich etwas tun konnte. Wir durften die Kinder alleine unterrichten, haben also ein enormes Vertrauen bekommen und am Ende sehr viel Dankbarkeit erfahren. Es war einfach wunderschön (mal abgesehen von dem Reisen).
Mir hat es wahnsinnig gut gefallen. Man muss aber sehr offen und neugierig sein- dann lernt man alle Seiten kennen!
Der Tag beginnt in Costa Rica immer sehr früh und meistens mit einer Portion Gallo Pinto( typisches costaricanisches Frühstück), da muss man sich erst mal dran gewöhnen!
Die ersten vier Wochen war ich in der Sprachschule. Der Sprachkurs war vormittags. Danach bin ich nachhause gegangen und es gab Mittagessen (meistens etwas mit Reis und Bohnen). Danach sind wir gegen 15 Uhr wieder in die Sprachschule und haben da die Tanz-, Koch- oder Früchteklasse besucht. Abends haben wir uns in unseren Gruppen getroffen, waren in Bars, bei Leuten zuhause oder in der Stadt. Es gab viele Möglichkeiten und wir waren jeden Tag unterwegs.
Die Woche darauf war ich dann in meinem neuen Projekt, jeden Tag zwei Stunden. Das war eine Art Nachhilfeprogramm für Kinder und wir haben da wirklich etwas getan. Also sah mein Tagesablauf wie folgt aus: morgens waren wir immer unterwegs, mal im Schwimmbad, mal in San José, mal in Heredia…mittags gab es wieder Mittagessen zuhause und danach sind wir wieder in unser Projekt.
Nachdem der Unterricht fertig war, sind wir wieder zu unseren Gastfamilien und haben uns Abends alle wieder getroffen oder ich habe Zeit mit meiner Familie verbracht!
An den Wochenenden war es immer unterschiedlich, wir sind Freitags los gefahren um zu Reisen und kamen meistens Sonntagabend zurück! Ich war in Monteverde, Montezuma, Arenal, Poás, Cahuita, Puerto Viejo, Manzanillo, Tortuguero, Irazú usw usw. Eine lange Liste!
Ansonsten waren wir in Bars, im Schwimmbad und in den Städten. Was wir alles unternommen haben kann man gar nicht alles beschreiben. Wir haben auch einen deutschen Abend veranstaltet (bei mir zuhause) mit Schnitzel und Bratkartoffeln, den Abend darauf hat dann meine Gast Mama für uns einen Tico-Abend veranstaltet. Wir hatten immer etwas zu tun!
Da ich mich so gut mit meiner Familie verstanden habe, haben sie mich auch überall mit hingenommen. Ich war nicht nur in typischen Touristen Orten, ich habe mehr gesehen, dank meiner Familie. Dazu habe ich noch mehr Einheimische kennen gelernt, mit denen ich jetzt noch Kontakt habe. Wir waren oft zusammen weg und die Einheimischen haben uns ihre Kultur gezeigt und wir haben von unserer erzählt.
Der schönste Moment meines Aufenthalts im Ausland war zugleich der traurigste! An meinem letzten Abend haben meine Familie und ich ein Abschiedsessen gemacht und danach gab es die Geschenke für alle. Meine Familie hatte mir so tolle Geschenke gegeben, da wusste ich, dass ich eine neue zweite Familie gewonnen hatte! Das war der schönste Moment!
Meine Erfahrungen die ich als Volunteer gemacht habe, waren dass man sich durchsetzen muss und das Lehrer sein ganz schön anstrengend ist. Das Vorbereiten des Unterrichts, das Gestalten und die Selbständigkeit die ich in meinem Projekt hatte, hat mir gut gefallen.
Es war auf jeden Fall die beste Entscheidung für mich, ich habe die Zeit absolut genossen. Allerdings muss man da offen hingehen, sonst kann man echt eine schlimme Zeit erleben. Ich habe gelernt, mich auf alles einfach einzulassen und habe die neue Kultur schätzen gelernt. Ich hatte wahnsinnig Glück mit meiner Familie, was einem vieles erleichtert. Dazu habe ich noch so viele tolle Leute kennen gelernt, mit denen ich eine unvergessliche Zeit hatte.
Ein Auslandsaufenthalt in Costa Rica ist jedem zu empfehlen, allerdings sind Sprachkenntnisse von Vorteil. Ohne Vorkenntnisse in Spanisch gestaltet sich alles etwas schwierig, da eigentlich keine Gastfamilien Englisch können.
Mehr Informationen zu Freiwilligenarbeit findest du hier.








