Montag 02.05.2011
Jana hat 3 Monate Freiwilligenarbeit in dem Projekt Sozialarbeit mit Kindern geleistet.
Hier ist ihr Erfahrungsbericht:
„Die Zeit während meines Auslandaufenthalts war super, weil ich mich auf die Verhältnisse in meinem Kindergarten vorbereitet habe und mit Motivation und viel Lust auf Neues an meinen Freiwilligendienst herangegangen bin.
Die Kinder waren dort wie deutsche Kinder. Sie sind neugierig, wollten wissen wer man ist und woher man kommt und zu den jüngeren Kindern kann man ein sehr gutes Verhältnis aufbauen, wenn man das will.
Klar kommt es immer mal wieder zu Kommunikationsproblemen, aber diese lassen sich immer schnell beheben und man nimmt viel mit, sowohl von der Sprache als auch von dem Land.
Ebenfalls hatte ich das Glück jeden Tag 4 Stunden zu arbeiten und hatte die Möglichkeit danach Land und Leute kennen zu lernen.
Mein typischer Tagesablauf sah so aus:
Ich bin gegen halb 7 aufgestanden und musste um halb 8 in meinem Projekt sein.
In meinem 1. Projekt, einem privaten Kindergarten, habe ich dann mit den Kindern gespielt, vorgelesen, mit ihnen gebastelt oder Englisch mit ihnen gelernt.
Danach habe ich beim Erwärmen des Essens geholfen und nach dem Essen den Kindern die Zähne geputzt. Ich war noch mit zwei anderen Projektteilnehmerinnen in dem Projekt, was die Arbeit manchmal erleichtert hat, da man spezieller auf die Kinder eingehen konnte.
Mein 2. Projekt war ein öffentlicher Kindergarten. Dort waren mehr Kinder untergebracht als in meinem 1. Projekt. Persönlich fand ich dieses Projekt schwieriger, da der Kindergarten auf einem Schulgelände war und die Kinder ständig von den älteren Schülern abgelenkt wurden. Zwar hatten die Stufen unterschiedliche Pausen, aber die Tür stand ständig offen, so dass Lärm und Schüler immer in den Raum kommen konnten.
Berufserfahrungen konnte ich wenig sammeln, da das Arbeitsumfeld und die Einstellung der Lehrer/Kindergärtnerinnen doch sehr unterschiedlich zu Deutschland ist. Auch der Unterrichtsstoff weichte sehr von meinen Vorstellungen ab, Lehrbücher sind, wenn überhaupt, nur sehr spärlich vorhanden und auch die Lehrer scheinen nicht sehr gut vorbereitet auf ihren Unterricht zu sein, was natürlich auch an den ärmlichen Verhältnissen in Costa Rica liegt.
Doch hat mich meine Zeit als Volunteer darin bestärkt, später mal etwas mit Kindern zu machen.
Ich habe durchweg nur sehr gute Erfahrungen mit der Kultur und der Bevölkerung gesammelt! Das war vor allem, weil ich eine super nette Gastfamilie hatte und diese immer darum bemüht war, mich in ihren Tagesablauf und ihr Leben mit einzubinden. Ebenfalls hatte ich Einheimische Freunde, die ich durch Gastgeschwister und andere Projektteilnehmer kennengelernt habe und die den Einblick in das Leben und die Sprache nochmals vergrößert haben.
Da ich jeden Nachmittag frei hatte, habe ich die Zeit dazu genutzt um in die Stadt zu fahren oder mich mit anderen Teilnehmern zu treffen.
Am Wochenende bin ich meistens gereist. Immer mit anderen Teilnehmern. Wir hatten echt tolle Wochenenden! Und auch wenn es hart war 6-8 Stunden im Bus zu sitzen, ich würde keine Tour missen! Man sieht so viel von diesem wunderbaren Land, was so umwerfend schön und vielfältig ist!
Jedes Wochenende war eigentlich ein schöner Moment, sei es an der Karibik- oder Pazifikküste, im Innland oder zu Hause gewesen – jedes Mal war es etwas Besonderes. Ob die Schildkröten nachts in Tortugero beim brüten und morgens die Babyschildkröten beim schlüpfen zu beobachten oder von der Schönheit Monteverdes und des Regenwaldes überwältigt zu sein; alles war umwerfend!
Und gerade die Wochenenden in der Familie haben mein Verhältnis zur Familie und v.a. mein Spanisch sehr verbessert. Dazu hatte ich das Glück an einer Costa Ricanischen Hochzeit teil zunehmen.
Gut gefallen hat mir außerdem der Sprachkurs. Ein bisschen schade fand ich, dass die Lehrer wenig Englisch konnten. Gerade mir, als nicht-spanisch-Sprechende, hätte in der ersten Woche ein bisschen Englisch schon sehr viel weiter geholfen.
Ich habe mich bei der Buchung sehr über die schnelle Zusage gefreut und darüber, dass ich kurz darauf schon das Reise 1×1 bei mir zu Hause hatte. So konnte ich mich gut auf meine Reise vorbereiten. Auch gefiel mir, dass mir Praktikawelten eine Reiseversicherung vorgeschlagen hat.
Insgesamt war es eine sehr gute Entscheidung diesen Auslandsaufenthalt zu machen. Gerade, da ich noch nicht weiß was ich genau studieren will und mich auch nicht sofort ins Arbeitsleben stürzen wollte nach dem Abi, hat mir diese Auszeit sehr viel gebracht.
Und man lernt sehr viele nette Leute kennen, zu den man auch nach seiner Rückkehr nach Deutschland noch Kontakt hat.
Mein Tipp:
Seid einfach offen für neues und bringt viel Motivation mit.
Sprecht mit euren Kindergärtnerinnen/Lehrerinnen, ob ihr die Möglichkeit habt eure eigenen Ideen in den Unterricht mit einzubringen.
Wir hatten viele lustige Bastelrunden und einige gute Referate.
Habt Spaß und genießt die Zeit!!“