Erfahrungen mit Praktikawelten von Antje – Auslandspraktikum Tourismus in Mexiko
Dienstag, 2. Juni 2009Antje ein zweimonatiges Auslandspraktikum im Bereich Tourismus in mexiko gemacht. hier ist ihr Erfahrungsbericht:
“Ich war schon zweimal vorher in Mexiko und das Land ist mir durch seine Gastfreundlichkeit und Flexibilität aufgefallen, verbunden mit viel Kultur.
Der Aufanthalt war super, genau nach meinen Vorstellungen!
Sehr herzlich bin ich am Flughafen von meiner Gastfamilie empfangen worden. Ihr gilt besonderer Dank. Sehr oft nahmen sie mich zu Familientreffen und Veranstaltungen mit. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und ich hätte dort gern noch eine viel längere Zeit verbracht. Die Lustigkeit, Herzlichkeit, den Familienzusammenhalt und die Flexibilität sowie die unkomplizierte Lebensart vermisse ich schon jetzt in der BRD.
Die Lehrer der Schule waren sehr bemüht, dass wir uns sehr schnell zurecht finden. Toll war der Wechsel der Lehrer wöchentlich und die Kombination Grammatik, Konversation. In den Grammatikstunden hätte ich mir teilweise etwas mehr Abwechslung durch verschiedene Methoden gewünscht.
Die zwei Chefinnen, Teresa und Lucia, sind mir während des Praktikums sehr, sehr freundlich begegnet, gaben mir – trotz des kleinen Hotels, sinnvolle Aufgaben. Auch war Zeit für ein persönliches Gespräch und Reiseempfehlungen. Sehr gut fand ich die Möglichkeit einer flexiblen Arbeitszeit.
Nachdem vielfältigen Frühstück lief ich ca. 20 Minuten zum Praktikumsort, dem Hotel Schmetterlinge. Dort wurde ich herzlich von Teresa oder Lucia begrüßt, ich bekam einen Kaffee, wir plauderten eine Weile und dann arbeitete ich an der Rezeption. Mal kamen Gäste z. B. aus Spanien, mal aus Chile vorbei und ich konnte ihnen manchmal Auskunft geben, manchmal verwies ich sie zur Chefin. Ich absolvierte danach einige Aufgaben am PC, ich empfahl z. B. das Hotel und die Schule an einige Reisebüros in Deutschland oder suchte im Internet Transportunternehmen heraus, die ich dann anrief und mich nach Ausflügen für die Gäste erkundigte bzw. nach Preisen und Öffnungszeiten. Hin und wieder schaute Teresa oder Lucia bei mir vorbei.
(Ich kann immer nur von den Leuten ausgehen, die ich traf – ich kann nicht für ganz Mexiko sprechen und auch nicht für alle Familien, das Land hat viele Fassetten und Ambivalenzen))
- im Gegensatz zu vielen Leuten in Deutschland sind die Mexikaner, die ich kennen lernte aufgeschlossener, lachen mehr und haben einfach eine Gabe, ihre Pflichten und Aufgaben zu erledigen und dennoch Zeit zum Genießen zu haben; die meisten lachen viel und sind einfach mit ihrem Leben zufrieden.
- viele Kontraste zwischen arm und reich und auch einer gewissen Rangordnung
- leider arbeiten viele Kinder aus Not, gehen dann wohl eher nicht in die Schule (z. B. die Trikis), schade, dass einige verwöhnte Kinder bei uns, die ganz andere Lebensbedingungen haben und die Möglichkeit sich gut auszubilden und das aber nicht nutzen (aus den verschiedensten Gründen), nicht mit den Kindern dort tauschen können
- Geld, das vergleichsweise die Mehrheit der Deutschen haben, scheint nicht glücklich zu machen, denn wenn ich dort durch die Straßen gehe, sind die Leute fröhlicher.
- ein sehr extremer Glaube und keine gute Bildung ist nicht förderlich für die Entwicklung eines Landes
- dort ist freie Marktwirtschaft im Gegensatz zu unserer sozialen: wer z. B. keine Krankenversicherung hat und keine Arbeit und kein Geld, kann bei gesundheitlichen Problemen auf der Straße sterben, wie gut haben es die Leute bei uns mit den Absicherungen (Arbeitslosengeld usw.) und sind häufig doch unzufriedener und meckern viel
- obwohl angeblich 70 % der Mexikaner unter dem Existenzminimum leben (las ich in der dortigen Zeitung), sind fast alle sehr gepflegt und gut gekleidet mit Geschmack
Meine Erfahrungen mit den Einheimischen waren:
- sie sind sehr aufgeschlossen, ich kam schnell ins Gespräch
- man häufig wird von Männern als Freiwild angesehen, es ist aber auch eine Frage, wie man sich als Frau verhält
- dennoch habe ich den Eindruck, dass viele Männer sehr zuvorkommend und vor allem höflicher sind als bei uns
- meine Familie war sehr flexibel , was die Essenszeiten und Unternehmungen anbelangt
- mir scheint, dass einige Männer dort mehrere Frauen haben und manche ihre Frauen auch schlagen
- je reicher die Familie, desto eher besteht die Möglichkeit, ein Kindermädchen oder eine “ama de casa” zu haben. Je nach Bildungsstand arbeitet die Frau und reduziert sich nicht nur auf das Kochen und Putzen und Kindererziehung, sondern ist auch noch Frau und geht ihren Interessen nach
- sehr liebevoller Umgang von Vätern und Müttern gegenüber ihren Kindern und umgekehrt sehr großer Respekt, man macht viel Spaß miteinander
- größerer familiärer Zusammenhalt im Vergleich zu Deutschland
In meiner Freizeit gab es:
- Jaripeo
- charreada
- lucha libre
-Theaterbesuche und Tanzveranstaltungen auf dem “zocalo”
- Ausflüge nach Monte Alban, Mitla, Puebla und in einige kleinere Ortschaften, Museumsbesuche
- Geburtstagsfeier innerhalb der Familie
- Veranstaltungen im Rahmen der semana santa
Von meinem letzten Besuch in der Hauptstadt kannte ich eine charreada und ich fragte die Leute, ob es in Oaxaca ebenfalls eine Veranstaltung dieser Art gäbe.
Nach einer positiven Antwort fuhr ich nach Tule in das dortige Stadion, 10 Minuten von Oaxaca mit einer anderen Studentin meiner Schule (ihr erzählte ich, was eine carreada ist, bei der Männer auf Pferden ihre Kunststücke zeigen, auf denen zu Beginn ebenfalls Frauen mit sehr schönen Kleidern zu einer banda reiten).
Als wir dahin kamen, gab es zunächst ein Eselreiten, die Esel waren auch gekleidet in den lustigsten und prächtigsten Farben, z. B. hatte ein Esel die Lippen geschminkt, ein anderer war als “novia” gekleidet.
Da merkte ich schon, dass da irgendetwas nicht stimmen konnte.
Danach kamen Männer, die dann später auf Pferden, wie ich zunächst annahm, reiten sollten. Sie küssten den Boden und dann gab es eine Gedenkminute für einen torrero, der letzte Woche in einem anderen Stadion verstorben war, da wusste ich, dass es eine andere Veranstaltung war, nämlich ein xaripeo , bei dem die Männer auf sehr, sehr wilden Stieren reiten. Einige wurden verletzt und flogen im hohen Bogen durch die Luft, also etwas wilder als ich annahm. Danach spielte noch eine Band aus dem Norden und es war trotzdem eine sehr interessante Veranstaltung, noch dazu viel besser als der Stierkampf, bei dem es eingeplant wird, dass Tiere getötet werden.
Leider hatte ich selbst keine Kamera, aber die andere Studentin, ich hoffe, sie schickt mir, wie versprochen, ein paar Bilder.
Vielen Dank auch noch mal an die Organisatoren von Praktikawelten, die bei jeder Anfrage sofort sehr schnell und professionell reagierten.
- ich entdeckte über das Internet die Seite und fand dieses Praktikum gekoppelt mit vier Wochen Sprachunterricht ideal für mich,
- Mir hat sehr gut gefallen, dass ich sehr schnell per Mail genau die Antwort bekam, was ich wissen wollte
- einmal dachte ich, das Touristenvisum verloren zu haben, gleich rief eine Verantwortliche von Praktikawelten in der Sprachschule an und die Mitarbeiterin kontaktierte mich sofort, d. h. auch während des Praktikums genoss ich eine sehr gute Betreuung bzw. Unterstützung
Meine Familie gab mir wichtige Tipps, einen Stadtplan, schaffte mich den ersten Tag sogar zur Schule, holte mich vom Flughafen ab und schaffte mich auch wieder hin.
In der Schule gaben die Lehrer wichtige Tipps und auch gab es am ersten Tag in der Schule eine Einführung, Liz und Edith waren immer bereit, Unterstützung zu geben.
Das Praktikum in Mexiko war eine sehr gut Entscheidung, es war eine Bereicherung und ich kann diesen Aufenthalt sehr gut in meinem Beruf anwenden, erstens war ich selber mal Schülerin und ich kann jetzt auch ein bisschen besser meine vielen ausländischen Schüler verstehen und hoffentlich auch in manchen Angelegenheiten professioneller unterstützen.
Hier noch ein paar Tipps an zukünftige Reisende:
- man muss ein bisschen Geduld haben und nicht so viel Hektik während des Arbeitsprozesses verbreiten,
- Toleranz ist wichtig und Klischees sind unangebracht (kein kleines Deutschland erwarten)
- im Praktikum nicht als die Person auftreten, die die Strukturen verändern will und auch mal akzeptieren können, dass andere Menschen anders denken und handeln bzw. andere Vorstellungen haben
- auf die Leute zu gehen, keine Hemmungen haben, das Gelernte in der Sprache anzuwenden
- zurückhaltend gegenüber den Männer der Gastfamilie, die Frauen sind dort eher eifersüchtig als bei uns
- die mexikanischen Frauen verhalten sich nicht so “billig” gegenüber Männern wie einige Deutsche und reagieren dementsprechend (d. H. einfach mal so mit einem Mann ins Café gehen oder mal tanzen ist nicht üblich für eine mexikanische Frau und man wird als Deutsche dann schnell als kleine “Hure” angesehen und entsprechend so behandelt - je nachdem , was man will)”
Das Praktikum wurde durch Praktikawelten organisiert.
